Knapp die Hälfte aller Auszubildenden in Hamburger Unternehmen kommt ursprünglich nicht aus Hamburg. Diese Auszubildenden müssen in Hamburg Wohnraum finden, was aufgrund ihrer geringen Einkünfte und ihres oft sehr jungen Alters sehr schwer ist. Die durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung lag 2012 im ersten Ausbildungsjahr bei 664 Euro brutto und im Schnitt über die gesamte Ausbildungsdauer bei 737 Euro brutto. Ungefähr 30 % aller Auszubildenden in Hamburg sind zu Beginn der Ausbildung minderjährig.

Auf dem Hamburger Wohnungsmarkt ist günstiger Wohnraum schwer zu finden, zudem sind nicht alle Vermieter gewillt diesen an junge Menschen ohne Sicherheiten und Lebenserfahrung zu vermieten. Für Studierenden in Hamburg gibt es über 3.700 bezahlbare Zimmer in den 22 Studierendenwohnheimen des Studierendenwerkes. In Hamburg gibt es ca. 39.000 Auszubildende – doch bis jetzt noch keine vergleichbaren Einrichtungen.

Es geht jedoch um mehr als nur um günstigen Wohnraum.

Hamburgs Auszubildende brauchen weitere Unterstützungs- und Beratungsangebote, die über ein Auszubildendenwerk dauerhaft umsetzbar sind. Auf diesem Wege kann auch die Attraktivität der dualen Ausbildung in Hamburg gestärkt und der Fachkräftebedarf nachhaltig gesichert werden.

Im Jahr 2008 wurde der Verein "Ausbildungsstart" gegründet, in 2010 eine gemeinnützige Realisierungsgesellschaft. Ziel ist es, die Lebensbedingungen der Auszubildenden mit verschiedenen Projekten zu verbessern. Das wichtigste Projekt ist ein erstes Wohnheim für Auszubildende in Hamburg. Das Auszubildendenwohnheim wird ca. 500 jungen Menschen in der Ausbildung günstigen Wohnraum bieten und zu einer besseren Vernetzung der Auszubildenden untereinander beitragen.

Dieses Wohnheim wird die Grundlage eines noch zu schaffenden Azubi- oder Auszubildendenwerkes sein, das zukünftig bezahlbaren Wohnraum für Auszubildende und weitere Unterstützungsleistungen anbietet.